Klimagarten - Neuausrichtung unserer Gärten
Was ist ein Klimagarten, werden sich viele Gartenfreunde fragen. Ein Klimagarten, wie wir Kleingärtner ihn verstehen, ist ein Garten, der naturnah und klimagerecht gestaltet und bearbeitet wird. Wichtige Hinweise zum natur- und klimagerechten Gärtnern:
1. Boden/Pflanzenernährung
• vielseitige Fruchtfolge und/oder Mischkultur schaffen. Nach dem Vorbild der Natur wachsen Gemüse, Kräuter und andere Pflanzen am besten gemeinsam. Sie schlüsseln sich die Nährstoffe gemeinsam auf, bringen Wasser aus tieferen Schichten hervor und halten ungebetene Gäste im Schach. Eine gelungene Mischkultur spart Wasser, Arbeit und fördert das gesunde Wachstum.
• Verwendung von Gründüngungspflanzen. Die Einsaat von Gründünger hat viele Vorteile, einer davon ist die geringere Verdunstung von Wasser aus dem Boden.
• Herstellen und Verwendung von Kompost, Ein Komposthaufen verwertet Reste im Garten sinnvoll, zudem wird das gespeicherte Kohlendioxid durch Bodelebewesen abgebaut und gespeichert. Humus ist außerdem ein optimaler Dünger für unsere Pflanzen und hilft dabei, den Boden zu verbessern. Er speichert Wasser und gibt es langsam wieder an die Pflanzen ab.
• schonende Bodenbearbeitung. Es ist nicht notwendig jedes Mal im Herbst die gesamten Beete, umzugraben. Viel sinnvoller ist es, wie oben gesagt, eine Gründüngung zu verwenden.
• Für eine ganzjährige Bodenabdeckung sorgen. Dies ist sinnvoll, weil der Boden dadurch vor Erosion geschützt wird und die Bodenfruchtbarkeit gefördert wird. In der Natur gibt es keine nackte Erde – Laub, Pflanzenreste oder Bodendecker wie Klee, Phacelia oder Gründüngungspflanzen bedecken den Boden das ganze Jahr über. Praktische Beispiele für die Umsetzung sind das Ausbringen von Mulch (z. B. Rasenschnitt oder gehäckselte Zweige), das Stehenlassen von abgeernteten Pflanzenresten oder das gezielte Einsäen von Gründüngungspflanzen im Herbst. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.
• Hacken des Bodens (Zerstörung der Bodenkapillaren): Dadurch wird die Kapillarwirkung unterbrochen und Wasser kann nicht mehr so leicht an die Oberfläche gelangen, wodurch es langsamer verdunstet.
• Verzicht auf mineralische Dünger trägt zum Schutz des Trinkwassers bei, da diese Dünger Nitrat ins Grundwasser eintragen können. Vorteil: Mineralische Dünger sind schnell für die Pflanzen verfügbar. Nachteil: Es besteht die Gefahr der Überdüngung, wodurch das Grundwasser mit Nitrat belastet wird.
2. Auswahl richtiger Pflanzen
• widerstandsfähige und samenfeste Pflanzen verwenden. Das sind meistens einheimische Pflanzen. Sie sind an die vorherrschende Klimaverhältnisse in der Region vor Ort angepasst und somit widerstandsfähiger. Sie konnten sich an Wind, Bodenverhältnisse und Temperaturen vor Ort anpassen. So brauchen sie weniger Pflege und Wasser.
• richtige Sortenauswahl/Hybridsorten bevorzugen Die richtige Pflanzenauswahl berücksichtigt Standortbedingungen, Pflegeaufwand und ästhetische Aspekte, um einen gesunden, nachhaltigen und attraktiven Garten zu gestalten. Hybridsorten sind oft widerstandsfähiger gegen Krankheiten und benötigen weniger Pflege, was sie besonders für nachhaltige Gärten attraktiv macht.
• Pflanzung von Pflanzen mit ungefüllten Blüten Ungefüllte Blumen sind entscheidend für die Bestäubung von Bienen und anderen Insekten. Sie bieten eine offene Blüteform, die für Insekten zugänglich ist und somit eine Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten darstellt. Diese Blüten sind besonders wichtig für die Ökologie und die Bestäubung von Pflanzen.
3. Pflanzen schützen
• Biologischer Pflanzenschutz bedeutet, die Pflanzen gezielt zu stärken – etwa durch eine Mischkultur, den Einsatz von Schutznetzen oder Abwehrpflanzen. So werden die natürlichen Abwehrkräfte gefördert und die Pflanzen besser vor Schädlingen und Krankheiten geschützt.
• Pflanzen beobachten, dadurch Schädlinge rechtzeitig erkennen und Möglichkeiten zur gezielten Bekämpfung finden (z. B. Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung einsetzen) Nach dem Motto: erst schauen, dann spritzen. Schadbilder, wie Fraßstellen, Welkeerscheinungen und Blattgallen sind eindeutige Befallszeichen für Schaderreger, während Blattverfärbungen auch Nährstoffmangel anzeigen.
4. Nützlinge fördern
• Heimische, vielfältige Pflanzenarten für die Tierwelt anbieten – zum Beispiel Wildrosen, Kornblumen oder Glockenblumen. Diese Pflanzen bieten einen besonders hohen Pollen- und Nektargehalt und sind daher für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten äußerst attraktiv. Ungefüllte Blüten wie die der Kornblume sind für Insekten leicht zugänglich und stellen eine wertvolle Nahrungsquelle dar. Brennnesseln sollte man stehen lassen, denn sie sind eine wichtige Nahrungspflanze für Schmetterlingsraupen wie das Tagpfauenauge und den Admiral. So unterstützt man mit einfachen Maßnahmen die Artenvielfalt im eigenen Garten und schafft lebenswichtige Rückzugsorte für zahlreiche Tiere.
• Nisthilfen, Überwinterungs- und Rückzugsmöglichkeiten für Tiere schaffen (z. B. Biotope anlegen, indem unterschiedliche Lebensräume wie feuchte und trockene Bereiche geschaffen werden; Blumenwiesen einsäen, die Nahrung und Schutz für Insekten bieten; Trockenmauern bauen, die Unterschlupf für Eidechsen und Insekten ermöglichen; Totholzhaufen platzieren, die für viele Kleintiere und Insekten als Rückzugsort dienen; Teiche anlegen, die Amphibien und Libellen fördern; Hecken pflanzen, die Vögeln und Kleinsäugern Schutz und Nahrung bieten). Mit diesen vielfältigen Maßnahmen werden unterschiedliche Lebensräume geschaffen und das Bewusstsein für die Bedürfnisse verschiedenster Tierarten im Garten gestärkt.
5. Ressourcen schonen
• Wasserspeicherung (z. B. Regenwassertank) In Gebieten mit wenig Niederschlag werden beispielsweise Kraterbeete angelegt, die das Wasser bei Regen gezielt sammeln und anschließend langsam an die Pflanzen abgeben. So kann das Regenwasser optimal genutzt werden und die Pflanzen erhalten auch in Trockenperioden ausreichend Feuchtigkeit. Kleine Steinmauern werden ebenfalls eingesetzt, um das Abfließen des Wassers zu verhindern. Sie halten die Feuchtigkeit länger im Boden und sorgen dafür, dass das Wasser nicht ungenutzt verloren geht. Weitere Beispiele sind unterirdische Zisternen oder Regenfässer, in denen das gesammelte Regenwasser gespeichert und bei Bedarf zum Gießen verwendet werden kann. Diese Methoden tragen dazu bei, den Wasserverbrauch zu reduzieren und die Pflanzen auch in trockenen Regionen effektiv zu versorgen.
• Optimale Bewässerungstechnik wählen, z. B. Tröpfchenbewässerung. Alternativ mit der Gießkanne direkt an den Wurzeln gießen. Tröpfchenbewässerung eignet sich besonders für größere Beete, da sie eine gleichmäßige und wassersparende Versorgung ermöglicht. Das Gießen mit der Kanne direkt an den Wurzeln ist hingegen ideal für einzelne Pflanzen oder kleine Flächen, da das Wasser gezielt dort ankommt, wo es gebraucht wird und die Blätter trocken bleiben.
• Verwendung natürlicher und schadstofffreier Baumaterialien Natürliche und schadstofffreie Baustoffe wie Ton, Lehm, Steine, Holz oder Schafwolle sollten bevorzugt eingesetzt werden, da sie nicht nur gesundheitsfördernd sind und ein angenehmes Wohnklima schaffen, sondern auch die Umwelt deutlich weniger belasten als synthetische Alternativen. Durch die große Auswahl an natürlichen Materialien lässt sich der Bau individuell und nachhaltig gestalten. Der Einsatz solcher Baustoffe fördert zudem die ökologische Vielfalt und trägt dazu bei, Ressourcen zu schonen und Schadstoffe zu vermeiden.
• torffreie Erde verwenden, eigenen Kompost nutzen Es ist wichtig, torffreie Erde und eigenen Kompost zu nutzen. So leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und fördern nachhaltiges Gärtnern.